Ein Gastbeitrag von Frederick Justice – frederickjustice.com

Schweißnasse Hände, zittrige Beine, ein trockener Mund – wir alle kennen diese Symptome, wenn sich Lampenfieber in uns ausbreitet.

Nervosität vor einem Vorstellungsgespräch oder einer Rede ist völlig normal und eines vorweg: es ist gut und in gewissem Maße sogar hilfreich – das Adrenalin setzt Energie frei und schärft Ihre Sinne. Diese Energie gilt es zu nutzen, lassen Sie sich durch das Lampenfieber nicht lähmen!

Eine der Hauptursachen für Lampenfieber ist die Angst vor Fehlern, die Angst vor dem Versagen und sich zu blamieren. Ein kritisches Publikum schürt diese Ängste oftmals noch weiter, insbesondere im Berufsalltag wird dies früher oder später zum Problem.

Bereits während meines Studiums habe ich mich immer wieder gefragt, wie ich positiv und locker mit meiner Nervosität umgehen kann, gleichzeitig aber die nötige Konzentration aufbringe, um meine Inhalte überzeugend und souverän zu vermitteln.

In diesem Beitrag möchte ich meine 4 wirkungsvollsten Methoden mit Ihnen teilen, mit denen ich es geschafft habe, mein Lampenfieber dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Rechtzeitig vor Ort sein

Vor einer Präsentation kann es hilfreich sein, wenn Sie mindestens 30 Minuten vor Beginn vor Ort sind – so können Sie sich in aller Ruhe einen Überblick verschaffen und sich mit den Räumlichkeiten vertraut machen. Überlegen Sie, wo Sie sich während der Rede am Besten hinstellen, damit das Publikum Sie gut verstehen und sehen kann. Stellen Sie ein Glas Wasser in Ihre Nähe und checken Sie vorab kurz die Technik, sodass Sie ohne Komplikationen in Ihren Vortrag starten können. Diese kleine Vorbereitung gibt Ihnen die Möglichkeit, noch einmal kurz in sich zu gehen. Pünktlichkeit vermeidet, dass Sie abgehetzt und unsicher in Ihre Rede „stolpern“ und legt den Grundstein für ein souveränes und professionelles Auftreten.

Mit den Zuhörern und Teilnehmern ins Gespräch kommen

Ein kurzer Smalltalk mit den Teilnehmern Ihres Workshops oder ein persönlicher Austausch vor Beginn Ihrer Präsentation mit der ein oder anderen Person aus dem Publikum kann helfen, Ihnen die Angst vor den unbekannten Zuhörern zu nehmen und diese zugleich ein wenig näher kennenzulernen. Vielleicht erfahren Sie sogar interessante Anknüpfungspunkte für Ihre Präsentation. Nehmen Sie, während Sie zu Ihrem Publikum sprechen, Bezug auf Herrn Meier, der Ihnen während der Pause erzählte, dass er in 2 Wochen am Staffelmarathon teilnimmt. Die einzelnen Etappen lassen sich hervorragend mit Ihrer Thematik vergleichen – ein Miteinbezug der Zuhörer schafft Sympathien und Sie demonstrieren gekonnt Ihre Spontanität.

Einen persönlichen Einstieg wählen

Der Einstieg Ihrer Präsentation ist von enormer Bedeutung: Natürlich für Ihr Publikum, um direktes Interesse und Aufmerksamkeit zu wecken, aber auch für Sie selbst, um sich von Anfang an selbst eine gewisse Sicherheit zu geben. Dies gelingt jedoch nur, wenn Sie sich wohlfühlen und Ihnen die ersten Worte locker von den Lippen gehen. Versuchen Sie aus diesem Grund eine möglichst persönliche Einleitung zu wählen. Vermeiden Sie auswendig gelernte, allgemeine und emotionslose Floskeln, die nicht zu Ihnen passen – das ist ermüdend, denn die Zuhörer merken, wenn Sie an dieser Stelle nicht authentisch sind. Überlegen Sie sich einen individuellen Einstieg! Dadurch legen Sie Ihre Angst ab, sich zu verzetteln und der Abruf vorab auswendig gelernter Sätze erübrigt sich. Es ist nicht von Bedeutung, dass die Worte perfekt aneinandergereiht sind, sondern es kommt vielmehr darauf an, den Inhalt Ihres Vortrags zu fokussieren. „Was möchte ich meinem Publikum vermitteln? Was ist von zentraler Bedeutung und was möchte ich den Zuhörern von Anfang an mitgeben?“ – das sind Fragen, die Sie sich stellen sollten und deren Antworten Sie nun lediglich noch in Ihrer Einleitung ansprechend verpacken müssen.

Lampenfieber akzeptieren

Lampenfieber als etwas Negatives anzusehen, ist bereits der erste Fehler, den Sie machen können – wehren Sie sich auch noch dagegen, führt dies dazu, dass Sie Ihre Nervosität noch intensiver und als noch störender wahrnehmen werden. Versuchen Sie, Ihr Lampenfieber zu akzeptieren, als etwas vollkommen Natürliches anzuerkennen. Wie anfänglich erwähnt, setzt Adrenalin, welches automatisch während Stresssituationen ausgeschüttet wird, Energien frei, die für eine erfolgreiche Rede unabdingbar sind. Die Berücksichtigung des Lampenfiebers als positiver und normaler Bestandteil einer jeglichen Vortragssituation, lässt Sie eine fokussierte sowie zielgerichtete Vorbereitung und Herangehensweise entwickeln. Und by the way: In der Regel wird Ihre Aufregung von den Zuhörern gar nicht wahrgenommen, zumindest bei Weitem nicht in dem Ausmaß, wie Sie das Lampenfieber gedanklich in den Vordergrund stellen. Ein paar kleine Versprecher lassen Sie menschlich und sympathisch wirken – die Grundvoraussetzungen für eine mitreißende Rede oder für den Erfolg beim Vorstellungsgespräch.

Welcher Tipp hilft Ihnen besonders? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar!

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