Hast du schon mal ein Buch wirklich zu Ende gelesen, das dich schon auf der ersten Seite gelangweilt hat? Bei mir war das noch nie der Fall. Wenn man nicht sofort gefesselt ist, zieht sich dieser Eindruck wie Kaugummi auch durch die folgenden Kapitel und man legt das Buch schnell wieder beiseite.
Genauso verhält es sich mit deinem Anschreiben: Schaffst du es nicht, bereits in den ersten Zeilen das Interesse am Weiterlesen zu wecken, ist die Gefahr groß, dass der Personaler deine Bewerbung schnell auf den Absage-Stapel legt. Und genau das willst du nicht.

Fast die Hälfte der Bewerber scheitert bereits am ersten Satz

Als ich mich vor zehn Jahren als 19-Jähriger auf einen Ausbildungsplatz beworben habe, fragte ich meine Mutter um Rat. So kam es, dass der erste Satz in meinem Anschreiben damals lautete:

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als auszubildender Bankkaufmann in Ihrem Hause.

Ganz ehrlich: Hättest du nach diesem Satz Lust weiterzulesen? Der Personaler jedenfalls nicht, denn ich bekam eine Absage. Natürlich wollte meine Mutter mir nur helfen, keine Frage. Das Problem war, dass sie dabei auf ihr eigenes Bewerbungswissen zurückgriff – und das kam aus dem Jahr 1970. Anscheinend fragen auch heute noch viele Bewerber ihre Eltern um Rat. Anders ist es nicht zu erklären, weshalb sich solche Sätze wie oben in ca. 40 % der Anschreiben wiederfinden.

Sehen wir uns mal genauer an, was hier schief läuft. Zunächst einmal ist die generelle Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ überholt und klingt sehr förmlich. Was du willst ist, einen direkten Bezug zwischen dir und dem Leser deines Anschreibens herzustellen. Das erreichst du, wenn du ihn direkt ansprichst, also mit „Sehr geehrte Frau XY/ Sehr geehrter Herr XY“.

Ein kurzes Telefonat wirkt Wunder

Der Name des Ansprechpartners wird meist in der Stellenanzeige explizit genannt. Wenn nicht, greife zum Telefonhörer und erfrage einen Ansprechpartner, an den du deine Bewerbung richten sollst. Ein kurzes Telefonat vorab steigert übrigens deine Erfolgschancen immens, da man sich dann an das nette Gespräch erinnert, wenn man deine Bewerbung liest. Daher solltest du in jedem Fall versuchen, vorab ein kurzes Telefonat zu führen.

Nun zum größeren Problem: „Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als … in Ihrem Hause.“ Wie klingt das? Nicht nur, dass exakt dieser eine Satz sicherlich schon mehrere Millionen Mal in Bewerbungen der letzten 50 Jahre gefallen ist, er klingt auch einfach nur altbacken, überförmlich und umständlich.

Du willst in den ersten Zeilen einen Bezug zwischen dir und dem Ansprechpartner bzw. der Firma herstellen und so das Interesse an deiner Person wecken. Greife daher das Telefonat auf, das du vorab geführt hast, bedanke dich dafür und stelle so einen persönlichen Bezug her:

Für das freundliche und aufschlussreiche Telefonat am … möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken. Es hat mich darin bestärkt, mich für die ausgeschriebene Stelle als Account Manager zu bewerben.

Mit diesen Tipps wirst du direkt einen positiven Eindruck beim Personaler hinterlassen und deine Chancen auf den Job vervielfachen!

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